z.B. Schulden


Eine gute Haushaltsplanung kann helfen, sein Geld besser einzuteilen für das, was man zum Leben braucht. Doch manchmal reicht das Geld nicht aus, für das, was bezahlt werden muss. In dieser Situation macht man Schulden.

Wenn Sie jemand Geld zurückzahlen müssen, also jemanden etwas schulden, dann heißt das im Deutschen, Sie sind der Schuldner. Die Person, der Sie das Geld schulden, nennt man Gläubiger. Der Gläubiger fordert von Ihnen den Geldbetrag zurückzuzahlen, d. h., er stellt eine Forderung.

 

Unsere Empfehlung 

Vorrang haben immer die Zahlung Ihrer Miete und die Abschläge an Ihren Energieversorger. Riskieren Sie nicht Ihre Wohnung zu verlieren oder eine Energiesperre.

Suchen Sie die Unterstützung einer Schuldnerberatungsstelle. Beratungsstellen finden Sie bei den Wohlfahrtsverbänden oder den Sozialämtern. Seriöse Schuldnerberatungsstellen nehmen, wenn Sie nur über ein geringes Einkommen verfügen, keine Gebühren.

Die Beratung ist vertraulich. Gemeinsam mit Ihnen wird nach einer Lösung für Ihr Schuldenproblem gesucht und Sie werden bei Verhandlungen mit Ihren Gläubigern unterstützt. Im Mittelpunkt steht immer, Ihre Existenz zu sichern.

 

Was passiert, wenn Sie Schulden haben?

Wenn Sie Schulden haben oder machen, können verschiedene Schritte folgen. Wie Sie am besten darauf reagieren, das erfahren Sie hier.

 

Mahnung

Wenn Sie eine Rechnung nicht bezahlt haben, schickt der Gläubiger Ihnen eine Aufforderung zur Zahlung des Geldbetrages. Dies nennt man eine schriftliche Mahnung, denn der Gläubiger ermahnt Sie, zu zahlen.

Jetzt sollten Sie schnell handeln. Prüfen Sie, ob die Forderung berechtigt ist. Schulden Sie das Geld tatsächlich? Wenn ja, dann zahlen Sie.

 

Stundung

Wenn Sie den geforderten Betrag nicht sofort, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt zahlen können, dann bitten Sie darum, die Zahlung bis zu diesem Termin aufzuschieben (man nennt das Stundung).

 

Ratenzahlung

Können Sie nicht den gesamten Betrag auf einmal zahlen? Dann bitten Sie darum, monatliche Teilbeträge (Monatsraten) für einen bestimmten Zeitraum zu zahlen. Solange bis Sie den gesamten Betrag zurückgezahlt haben.

Ein Beispiel: Sie erhalten eine Zahlungsaufforderung über 720,-- EUR und können diesen Betrag nicht auf einmal bezahlen. Dann sprechen Sie mit dem Gläubiger, ob Sie den Betrag in monatlichen Teilbeträgen von 60,-- EUR zurückzahlen können. Stimmt der Gläubiger zu, dann zahlen Sie 12 Monate lang 60 ,-- EUR und dann haben Sie 720,-- EUR bezahlt. Können Sie monatlich nur 30,-- EUR bezahlen, dann zahlen Sie 24 Monate zurück
(24 Monate x 30,-- EUR = 720,-- EUR).

 

Zahlungsunfähigkeit

Ist Ihr Einkommen so niedrig, dass Sie auch in absehbarer Zeit den geforderten Betrag nicht zahlen können, teile Sie dem Gläubiger mit, dass Sie unfähig sind zu zahlen, man spricht dann von Zahlungsunfähigkeit.

 

Unsere Empfehlung

Der Gläubiger wird vielleicht versuchen, seine Forderung mit Nachdruck durchzusetzen und Ihnen vielleicht sogar drohen. Zahlen Sie nicht an den Gläubiger, der den größten Druck ausübt. Oft wird mit Gericht und Haftbefehl gedroht. Niemand geht nur wegen seiner Schulden ins Gefängnis.

Anders sieht es aus, wenn Sie von einem Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt wurden. Vereinbaren Sie eine Ratenzahlung mit der Staatsanwaltschaft oder leisten Sie stattdessen gemeinnützige Arbeit.

 

 

Was wird der Gläubiger tun?

Es gibt verschiedene Schritte, mit denen der Gläubiger versucht, sein Geld von Ihnen zu bekommen. Diese Schritte und die Folgen wollen wir Ihnen hier erklären.

 

Inkassobüro/Rechtsanwälte

Der Gläubiger kann ein Inkassobüro  oder einen Rechtsanwalt beauftragen, um seine Forderung bei Ihnen einzutreiben, damit Sie bezahlen. Dann entstehen weitere Kosten für Sie. Denn zusätzlich zu dem geforderten Betrag müssen Sie Verzugszinsen zahlen.

Ein Beispiel: Bleiben wir bei dem Beispielbetrag von 720,-- EUR, den Sie schulden. Mit den Verzugszinsen von zurzeit 4,17 % müssen Sie nach einem Jahr schon 750,-- EUR zahlen.

Außerdem wird das Inkassobüro seine eigenen Kosten von Ihnen zurückverlangen. Diese Kosten übernimmt nicht der Gläubiger, obwohl er das Büro beauftragt hat.

Wenn Sie einen Brief von einem Inkassobüro oder einem Rechtsanwalt bekommen, prüfen Sie zuerst, ob die Forderung berechtigt ist. Lassen Sie sich dazu eine Forderungsaufstellung zusenden, aus der Sie die eigentliche Forderung, die Kosten und die Zinsen erkennen können.

 

Unsere Empfehlung:

Prüfen Sie immer erst, ob eine Forderung berechtigt ist. Prüfen Sie die Kosten, die das Inkassobüro oder der Rechtsanwalt von Ihnen erstattet haben will. Bei den Verbraucher- oder Schuldnerberatungsstellen können Sie erfahren, welche Kosten angemessen sind.

Unterschreiben Sie kein vorformuliertes Schuldanerkenntnis[  oder eine Abtretungserklärung.

Lassen Sie sich nicht durch Telefonanrufe oder Hausbesuche einschüchtern. Mitarbeiter von Inkassounternehmen haben nicht das Recht, Ihre Wohnung zu betreten.

 

Mahnbescheid und Vollstreckungsbescheid

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass der Gläubiger sich an das Gericht wendet: Er kann für seine Forderung einen Mahnbescheid beim Amtsgericht beantragen.

Das Gericht schickt Ihnen den Mahnbescheid zu. Prüfen Sie auch jetzt, ob die Forderung und die Kosten berechtigt sind. Gegen diesen Mahnbescheid können Sie innerhalb von 14 Tagen schriftlich Widerspruch einlegen. Das Formular dafür erhalten Sie mit dem Brief, indem Sie den Mahnbescheid bekommen haben. Wenn Sie Widerspruch einlegen, muss der Gläubiger in einer Gerichtsverhandlung beweisen, dass seine Forderung rechtmäßig ist. Er muss beweisen, dass Sie zahlen müssen.

 

Unsere Empfehlung:

Es kann immer mal zu einem Irrtum kommen, deswegen prüfen Sie auch den Brief vom Amtsgericht. Aber widersprechen Sie dem Bescheid nur dann, wenn Sie ganz sicher sind, dass die Forderung des Gläubigers nicht berechtigt ist und Sie ihm kein Geld schulden.

Legen Sie keinen Widerspruch ein, wenn die Forderung berechtigt ist. Sonst entstehen weitere Kosten für die Gerichtsverhandlung, die Sie ebenfalls bezahlen müssen.

 

Wenn Sie keinen Widerspruch einlegen, erlässt das Gericht auf Antrag des Gläubigers einen Vollstreckungsbescheid. Auch jetzt können Sie noch innerhalb von 14 Tagen Einspruch einlegen. Wenn Sie keinen Einspruch einlegen, wird der Bescheid des Gerichts rechtskräftig.

Damit ist der Anspruch des Gläubigers gerichtlich festgestellt. Die Forderung kann jetzt nur noch in wenigen Ausnahmefällen bestritten werden. Die Ansprüche verjähren erst in 30 Jahren und der Gläubiger kann den Gerichtsvollzieher mit der Zwangsvollstreckung beauftragen.

 

Zwangsvollstreckung

Ist der Anspruch des Gläubigers gegen Sie rechtmäßig, dann kann er einen sogenannten Gerichtsvollzieher beauftragen. Der Gerichtsvollzieher setzt durch, was das Gericht als rechtmäßig anerkannt hat. Er ist berechtigt, die Forderung des Gläubigers durch eine Zwangsvollstreckung durchzusetzen.


Vermögensauskunft

Fordert Sie der Gerichtsvollzieher zur Vermögensauskunft auf, müssen Sie ihm Auskunft über Ihr Einkommen und Ihr Vermögen geben. Sie dürfen keine falschen oder unvollständigen Angaben machen. Das wäre eine Straftat. Sie müssen dazu ein 7-seitiges Formular ausfüllen und unterschreiben.

Nach der Vermögensauskunft kennt der Gläubiger Ihre finanzielle Situation. Er weiß, wo er gezielt pfänden kann und ob Sie Grundstücke oder Immobilien besitzen. Er kennt jetzt Ihre Bankkonten und Ihren Arbeitgeber.

Allerdings hat der Gläubiger mit der Vermögensauskunft u.U. jetzt auch den Nachweis, dass Sie nicht zahlungsfähig sind und dass weitere Schritte der Zwangsvollstreckung keinen Erfolg haben werden.

 

Kontopfändung

Der Gläubiger beantragt beim Amtsgericht einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, der Ihrer Bank übergeben wird. Jetzt muss Ihre Bank den geforderten Betrag von Ihrem Konto an den Gläubiger überweisen.

Unsere Empfehlung

Um Ihren Lebensunterhalt zu sichern, beantragen Sie bei Ihrer Bank, Ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln. Damit ist Ihr Konto davor geschützt, dass der Gläubiger sämtliches Geld pfänden lassen kann.

Auf dem Pfändungsschutzkonto müssen Ihnen Einzahlungen in Höhe von 1.045,04 EUR im Kalendermonat bleiben. Wenn Sie Familie haben, kann der Freibetrag noch erhöht werden. Sie benötigen dafür meist eine Bescheinigung, die Ihnen z. B. eine Schuldnerberatungsstelle ausstellt.

Lohn- oder Gehaltspfändung

Der Gläubiger beantragt beim Amtsgericht einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss. Dieser Beschluss wird Ihrem Arbeitgeber übergeben. Ihr Arbeitgeber ist jetzt verpflichtet, einen Teil Ihres Einkommens direkt an den Gläubiger zu überweisen.

Mindesten 1.049,99 EUR müssen Ihnen jeden Monat zum Leben bleiben, man nennt das auch Grundfreibetrag. Haben Sie Kinder und Familienangehörige, dann achten Sie darauf, dass Ihr Arbeitgeber dies bei der Berechnung berücksichtigt. Wenn Sie zum Beispiel mit einem Ehepartner und zwei Kindern zusammenleben, beträgt der Freibetrag 1.879,99 EUR.

 

Sachpfändung

Der Gerichtsvollzieher kommt zu Ihnen nach Hause und schaut nach, ob Sie Gegenstände besitzen, die er verwerten, also verkaufen kann. Dinge, die zum Alltagsleben benötigt werden, auch ein einfacher Fernseher, dürfen nicht gepfändet werden. Das Geld aus dem Verkauf dieser Gegenstände wird genutzt, um Ihre Schulden zurückzuzahlen.

 

Lassen Sie sich beraten!

Es kann immer Lebenssituationen geben, in denen man mit seinem Geld nicht auskommt. Wenn Sie Schulden haben oder ein Gläubiger Forderungen erhebt, lassen Sie sich frühzeitig beraten. Dann lässt sich erkennen, ob Forderungen berechtigt sind. Dann können Lösungen gefunden werden, Sie aus der belastenden Situation zu bringen.

 

Schulden und Einbürgerung

Schulden sind kein K.O. für einen Antrag auf Einbürgerung, auch wenn in den

entsprechenden Antragsunterlagen danach gefragt wird.

Entscheidend für die Einbürgerung ist, dass Ihre wirtschaftliche Existenz gesichert ist.

 

 

http://www.meine-schulden.de/

http://www.schuldnerberatung-hessen.de/informationsblaetter-53.html

https://www.vz-nrw.de/Schulden-Insolvenz

http://www.finanztip.de/verbraucherinsolvenz/

http://www.forum-schuldnerberatung.de