z.B. Konten und Karten

Bezahlen ohne Bargeld

 

Wenn Sie Einkaufen gehen, etwas im Internet bestellen, Ihre Miete oder eine Rechnung bezahlen müssen, dann können Sie das auch tun, ohne Münzen und Scheine in die Hand zu nehmen. Man sagt dazu bargeldlos oder spricht vom bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Münzen und Scheine werden in Deutschland Bargeld genannt (umgangssprachlich auch Bares). Die wichtigsten Begriffe zum Bezahlen ohne Bargeld haben wir unten erklärt.

 

Unsere Empfehlung

Ohne Bargeld zu bezahlen, ist bequem und schnell. Miete, die Rechnung für Strom oder Telefon zahlt man heute nur noch bargeldlos. Doch seien Sie vorsichtig: Es ist verlockend mit der Plastikkarte etwas zu kaufen. Erst später stellen Sie fest, dass Sie sich die neue Sache eigentlich gar nicht leisten können. Schnell wird durch den bargeldlosen Einkauf mehr Geld ausgegeben, als wenn man die Münzen und Scheine an der Kasse einzeln abzählt.

 

 

Wählen Sie eine gute Bank!

 

Damit Sie bargeldlos zahlen können, müssen Sie Kunde einer Bank sein. In Deutschland sind auch Sparkassen sehr beliebt. Die Sparkassen bieten alle Leistungen einer Bank, wie ein Girokonto zu eröffnen.

 

Das tägliche Leben zu organisieren, das ist in Deutschland ohne Girokonto kaum möglich. Alle wichtigen Zahlungen werden ohne Bargeld abgewickelt: Auf dem Girokonto wird Ihr Gehalt, die Sozialleistungen oder das Kindergeld eingezahlt. Die Miete und der Abschlag für Strom und Heizung  werden meist vom Konto abgebucht.

 

Bevor Sie sich entscheiden, bei welcher Bank Sie ein Girokonto eröffnen wollen, sollten Sie genau überlegen:

·       Ist es Ihnen wichtig, eine Filiale in der Nähe zu haben und persönlich mit den Bankmitarbeitern sprechen zu können?

·       In großen Städten finden Sie fast immer eine Filiale der verschiedenen Banken in Ihrer Nähe. In Kleinstädten oder auf dem Land gibt es vielleicht nur eine gut erreichbare Bank-Filiale.

·       Möchten Sie Ihre Bankgeschäfte nur über das Internet von zu Hause erledigen?

·       Wo befinden sich die Geldautomaten, an denen Sie, ohne Gebühren zu zahlen, Bargeld abheben können.

 

Weiter unten finden Sie noch andere Punkte zum Thema Banken/Sparkassen, die Sie bedenken sollten.

 

 

Girokonto

Ein Girokonto eröffnen Sie bei einer Bank oder einer Sparkasse. Über das Girokonto können alle notwendigen Zahlungen für das tägliche Leben ohne Bargeld abwickeln. Auf dieses Konto erfolgen Einzahlungen. Und Sie bestimmen, welche Beträge ausgezahlt werden.

 

Ein Beispiel: Einzahlungen (Gehalt, Sozialleistungen, Kindergeld u.a.) bedeuten ein Plus auf dem Konto – also Sie bekommen Geld. Man spricht auch von „Haben“.

Auszahlungen (Miete, Abschläge für Strom und Heizung, Kartenabrechnungen) bedeuten ein Minus– also der Geldbetrag auf dem Konto, Ihr Guthaben verringert sich. Man spricht auch von „Soll“.

Ein Konto wird als „gedeckt“ bezeichnet, wenn der Betrag, den Sie haben, größer oder gleich ist als der Betrag, den Sie zahlen sollen.

 

Unsere Empfehlung

Planen Sie Ihre Ausgaben. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Konto für alle Zahlungen gedeckt ist. Achten Sie besonders darauf, dass genügend Geld auf dem Konto ist, damit die Miete und die Rechnung des Energieversorgers pünktlich gezahlt werden können.

 

EC-Karte, BankCard oder GiroCard

Zu Ihrem Girokonto erhalten Sie eine EC-Karte und Ihre persönliche 4-stellige Geheimnummer (PIN). Die EC-Karte benötigen Sie, um Ihre Kontoauszüge auszudrucken, am Geldautomaten Bargeld abzuheben oder in Geschäften bargeldlos zu zahlen.

 

Kontoauszug

Ein Kontoauszug ist ein Ausdruck Ihres aktuellen Kontostandes. Sie können jede Ein- und Auszahlung nachlesen und sehen, woher Sie Geld bekommen haben und an wen Sie einen Betrag gezahlt haben. Kontoauszüge drucken Sie am Automaten in Ihrer Bankfiliale aus.

 

Kontoführungsgebühren

Die meisten Banken und Sparkassen verlangen Gebühren für die Führung eines Girokontos. Das können monatliche Grundgebühren sein, Kosten für jeden einzelnen Zahlungsvorgang oder für die Karten, die Sie zu Ihrem Konto erhalten.

 

Überweisung

Mit einem Vordruck oder an einem Automaten in der Bank überweisen Sie einzelne Beträge auf ein anderes Konto, z.B. um eine Rechnung zu bezahlen.

 

Dauerauftrag

Manche Zahlungen müssen Sie regelmäßig in gleicher Höhe vornehmen, so wie die Miete jeden Monat oder Versicherungen alle drei Monate. Bei diesen gleichbleibenden Zahlungen über einen längeren Zeitraum können Sie einen Dauerauftrag einrichten. Die Bank überweist dann den Betrag automatisch jeden Monat, wenn Ihr Konto gedeckt ist.

 

Lastschrifteinzug

Viele Vertragspartner, z.B. Telefonanbieter, Fitnessstudios oder Energieversorger möchten von Ihnen die Erlaubnis, Geld monatlich direkt von Ihrem Konto abzubuchen. Wenn Sie den Vertrag abschließen, erteilen Sie gleichzeitig die Erlaubnis zum Lastschrifteinzug. Diese Erlaubnis ist solange gültig, wie der Vertrag läuft.

 

Guthabenkonto

Das Guthabenkonto wird auch „Bürgerkonto“ oder „Girokonto für Jedermann“ genannt. Es funktioniert wie ein Girokonto. Doch nur wenn Sie ein Guthaben, also ein Plus auf Ihrem Konto haben. Steht Ihr Konto bei „null“, werden Überweisungen oder Lastschrifteinzüge nicht ausgeführt.

 

Das Guthabenkonto kann Ihnen die Bank oder Sparkasse auch dann eröffnen, wenn Sie überschuldet sind.

 

Dispositionskredit „Dispo“

 Es kann passieren, dass ein Girokonto nicht immer gedeckt ist. Manchmal sind die Beträge, die ausgezahlt werden müssen, größer als die Einzahlungen oder das Guthaben. Man sagt dann auch: Ihr Konto steht im Soll oder im Minus.

Für solche Situationen räumen Banken und Sparkassen einen Dispositionskredit ein. Dieser besondere Kredit wird auch „Dispo“ genannt. Für einen Dispo schließen Sie einen Extravertrag mit der Bank. Dieser Vertrag erlaubt Ihnen, Ihr Konto bis zu einem bestimmten Betrag zu überziehen. Ihr Konto steht dann im Minus. Die Bank/Sparkasse gibt Ihnen dafür Kredit, und kassiert dafür Zinsen.

 

Ein Beispiel: Auf Ihrem Girokonto ist ein Plus von 150,- EUR. Doch dann müssen die Versicherungsbeiträge und die Steuern für Ihr Auto bezahlt werden. Zusammen kostet das 420,- EUR. Ohne ein Dispo wird der Betrag für Ihr Auto nicht ausgezahlt.

Haben Sie mit der Bank einen Dispo bis 500,- EUR vereinbart, dann können Versicherung und Steuern bezahlt werden. Ihr Konto steht dann mit 270,- EUR im Soll, hat also einen Minusbetrag von 270,- EUR. Theoretisch kann jetzt noch eine weitere Rechnung von 230,- EUR kommen. Dann erst steht das Konto mit 500,- EUR im Soll.

 

Unsere Empfehlung

Einen Dispo zu nutzen, ist teuer: Die Zinsen für einen Dispositionskredit betragen  bis zu  12% jährlich.  Sie zahlen also viel Geld, wenn Sie dauerhaft den Dispo nutzen. Sorgen Sie also dafür, dass Ihr Konto nicht zu lange im Minus bleibt, sondern wieder ins Plus kommt.

Ist Ihr Konto dauerhaft überzogen? Dann sollten Sie den Dispo in einen günstigeren Ratenkredit umwandeln.

 

 

Kreditkarte

Eine Kreditkarte benötigen Sie vielleicht, wenn Sie ins Ausland reisen, für Einkäufe oder Reisebuchungen im Internet oder als Kaution für einen Mietwagen.

 

Am weitesten verbreitet sind die Anbieter Mastercard und Visa. Diese Kreditkarten können Sie über Banken und Sparkassen beantragen. Die Bank legt fest, wie hoch maximal der Geldbetrag ist, den Sie in einem Monat mit Ihrer Kreditkarte zahlen können. Wenn Sie eine oder mehrere Buchungen/Einkäufe mit Ihrer Kreditkarte gezahlt haben, dann wird die Summe der einzelnen Beträge im darauffolgenden Monat von Ihrem Girokonto abgebucht. Sie zahlen also nachträglich.

 

Vorher bezahlen Sie bei einer Prepaid-Kreditkarte. Wenn Sie nur ein kleines Einkommen haben, gibt es die Möglichkeit dieser Prepaid-Kreditkarte. Der Geldbetrag, den Sie mit der Karte zahlen möchten, muss vorher auf das Konto für die Kreditkarte eingezahlt werden. Es gibt besondere Angebote für Schüler und Studenten.

 

Ob nachträgliche Zahlung oder Prepaid-Kreditkarte, diese Karten stellen Ihnen immer nur Ihr eigenes Geld zur Verfügung. Die Bank leiht Ihnen bei diesen Kreditkarten kein Geld über einen längeren Zeitraum.

 

Anders ist es bei sogenannten Revolving-Kreditkarten“ oder „echten“ Kreditkarten. Dabei bietet Ihnen die Bank gleichzeitig einen Kredit an. Sie können darüber monatlich flexibel verfügen, und den Kredit in Raten zurückzahlen. Aber Achtung diese Form eines Kredits hat die höchsten Zinsen: Sie liegen bei 15% bis 19%. Wenn Sie z. B. über diesen Kredit 5000,00 EUR für einen langen Zeitraum ausleihen, zahlen Sie bei einem Zinssatz von 16% jährlich 800,00 EUR Zinsen.

 

 

Unsere Empfehlung

Manche sagen zu EC- oder Kreditkarte auch Plastikgeld, weil die Karten aus Kunststoff sind. Es ist bequem, damit zu zahlen. Aber gerade die „echten Kreditkarten“ sind sehr teuer. Durch ihre hohen Zinsen kann dann auch ein Sonderangebot, das man damit bezahlt, sehr teuer werden.

 

 

Online Banking

Alle Banken bieten an, ein Konto über das Internet von Zuhause aus zu führen. Sie können die Kontoauszüge einsehen und Überweisungen und Daueraufträge einrichten. Online Banken, die keine Filialen betreiben, nehmen oft keine Gebühren für die Kontoführung oder Karten.

 

 

Welche Bank ist die Richtige?

Um die richtige Bank oder Sparkasse zu finden, hilft es, wenn Sie sich vorher überlegen, welche Angebote der Bank Sie nutzen möchten.

·        Benötigen Sie nur ein Girokonto mit EC-Karte?

·        Möchten Sie auch eine Kreditkarte nutzen?

 

Wenn Sie ein Konto eröffnen, werden Ihnen weitere Leistungen angeboten, wie Sparverträge oder Versicherungen. Schließen Sie nur Verträge ab, über die Sie sich vorher informieren konnten. Vergleichen Sie die Angebote der verschiedenen Banken. Informationen bekommen Sie in den Filialen oder auf den Internetseiten der Banken. Hilfreich sind auch Vergleichsportale im Internet.

 

Sehen Sie sich genau an, welche Kosten entstehen. Wie hoch sind

·        monatliche Kontoführungsgebühren, Grundgebühren?

·        Gebühren für einzelne Ein- und Auszahlungen?

·        Gebühren für EC-Karte und/oder Kreditkarte?

·        Gebühren für Partnerkarten?

·        Zusatzkosten für Überweisungen ins Ausland?

·        Höhe der Zinsen für einen Dispositionskredit?

 

Wenn Sie die richtige Bank gefunden haben

 Planen Sie Ihre Ausgaben.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Konto für alle Zahlungen gedeckt ist. Achten Sie besonders darauf, dass die Miete und die Rechnung des Energieversorgers pünktlich gezahlt werden.

Wenn Lastschriften nicht ausgeführt werden können, müssen Sie zusätzlich Gebühren zahlen.

Drucken Sie am Automaten in Ihrer Bank regelmäßig Ihre Kontoauszüge aus. Heften Sie diese Auszüge in einer Mappe ab. Kontrollieren Sie alle Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge. So können Sie sicher sein, dass sich niemand von Ihrem Konto „bedient“ und Sie haben den Nachweis für eine bezahlte Rechnung.

 

Unsere Empfehlung

Sollten Sie Fragen zu den Kontoauszügen haben, oder ist zu erwarten, dass Ihr Konto ins Minus gerät, sprechen Sie vorher mit den Mitarbeitern Ihrer Bank.
Informieren Sie umgehend Ihre Bank, wenn Sie Ihre EC- oder Kreditkarte verloren haben, oder Ihnen die Karte gestohlen wurde. Lassen Sie sofort Ihr Konto sperren.

 

Geben Sie niemals Ihre Karte aus der Hand oder Ihre Geheimnummer (PIN)  an andere Personen weiter.

 

Weitere Informationen:

http://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/girokonto

http://www.finanztip.de/girokonto/

http://www.finanztip.de/girokonto/dispokredit/

http://www.zinsen-berechnen.de/girorechner.php

https://www.check24.de/girokonto/